Category: (Post-)Kolonialismus

Category : (Post-)Kolonialismus

10 Jan 2017

Buch „Kulturalismus und soziale Krise“ ab März erhältlich  0

Das Buch „Kulturalismus und soziale Krise“ von Sarah Kreimendahl und Karl-Heinz Kreuzer wird ab März 2017 im Verlag edition assemblage erscheinen. Inhaltlich setzt es sich mit verschiedenen Facetten kulturalistischer Ideologie auseinander.

Sarah Kreimendahls Teil befasst sich mit dem Islamismus aus Sicht postkolonialer Theorie und liefert Erklärungsansätze für islamistische Bewegungen aus ökonomischen und postkolonialen Ursachen. Ihrer Abhandlung liegt ein Interview-Projekt mit jungen Menschen in Jordanien zu Grunde.

Karl-Heinz Kreuzers Teil befasst sich mit der Frage, warum kulturalistische Argumente trotz ihrer geringen Konsistenz gegenwärtig so funktional für eine systemimmanente Erklärung von Krisenphänomenen ist. Daran knüpft sich eine Kritik des hegemonialen Kulturbegriffs, der sowohl für westliche Rassist_innen als auch für Islamist_innen und Jihadist_innen eine ideologische Grundlage darstellt.

„Kulturalismus und soziale Krise“ kann ab März sowohl online bestellt als auch in Buchhandlungen erworben werden. Anfragen für Buchvorstellungen nehmen wir gerne entgegen.

27 Feb 2016

„Kampf um Kobanê“: Fragmente zu einer fragmentierten Region  0

Während ich diese Zeilen schreibe, führt die türkische Regierung einen rücksichtslosen Krieg gegen die mehrheitlich kurdische Zivilbevölkerung im Osten der Türkei. Bevor die neoliberal-islamistische Regierung der Türkei den Bürgerkrieg im Osten des Landes neu entfachte, versuchte sie den gesellschaftlichen Aufbau von Kurd_innen und anderen Minderheiten jenseits ihrer Grenze zu vernichten. Durch teils unverhohlene, teils versteckte oder indirekte Unterstützung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ trug die Regierung Erdoğan ihren Teil dazu bei, dass die nordsyrische Stadt Kobanê zeitweise kurz vor der Auslöschung durch eben jene Terrororganisation stand. Das Buch, um das es in diesem Text geht, dreht sich sowohl um den Bürgerkrieg im türkischen Nachbarland Syrien als auch um die politische Situation in der Türkei. „Kampf um Kobanê“, herausgegeben vom Politikwissenschaftler und Journalisten Ismail Küpeli, ist ein Sammelband, der Schlaglichter auf verschiedene Dimensionen der kurdischen Frage, des syrischen Bürgerkriegs und der Konflikte in der Türkei wirft. Read more

Auf dem Bild erkennt man einige für Paris charakteristische Gebäude, u.a. Notre Dame. Im Vordergrund ist die bei Dämmerung ausgeleuchtete Seine.
26 Nov 2015

Paris und die Linke  3

Bild: Erstellt von Benh LIEU SONG; Lizenz

Die Attentate vom 13. November 2015 in Paris mit über 100 Todesopfern waren in den letzten Wochen eines der medial meistverhandelten Themen in der BRD. An der Thematisierung der Terror-Akte war in den sozialen Medien kein Vorbeikommen und so äußerten sich auch einige, wenn gar nicht alle relevanten, linken Organisationen und Publikationsorgane zu den Vorgängen. Freilich sind derartige Terrorakte nichts neues. Weder in Europa und schon gar nicht im globalen Maßstab. Und faktisch fügen sie der Realität nichts so entscheidendes oder gar transformierendes hinzu, dass auf ihrer Basis eine Neubewertung der gesellschaftlichen Situation oder gar der Verhältnnisse erfolgen müsste oder könnte. Dennoch ist es in verschiedenen Hinsichten spannend, sich anzusehen, wie die (radikale) Linke in der BRD auf die terroristischen Attentate reagiert. Denn trotz der Bekanntheit des Phänomens ist seine Relevanz sowohl als politisch-soziales als auch als mediales Ereigniss unbestritten. Ein Ereignis, von dem zu befürchten ist, dass es Wasser auf die Mühlen von Rassist_innen, Konservativen und Kulturalist_innen ist und somit die Linke objektiv vor eine Herausforderung stellt.

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Auf dem Bild erkennt man einen Kiosk in der Pyongyanger Metro-Station Kaesong
08 Jul 2015

Von Monarchie und Graswurzel-Kapitalismus – „North Korea Confidential“  0

Bild: Kiosk in der Metro-Station Kaesong in Pyongyang; Erstellt von Nicor; Lizenz

Die gesellschaftliche Situation und Entwicklung in Nordkorea ist ein Thema, das weder in der bundesdeutschen Öffentlichkeit noch in linken und kritischen Publikationen viel und eingehend besprochen wird. Zwar ist Nordkorea immer wieder Thema – beispielsweise dann, wenn es neue Atomraketen getestet hat oder Machthaber Kim Jong-Un ein weiteres in Ungnade gefallenes Familienmitglied hinrichten lassen hat – aber eine wirklich substanzielle Analyse der Lage bleibt unter Verweis auf die ‚Abschottung‘ des Landes aus. Nordkorea erscheint gewissermaßen als eine Art staatsförmige Missbildung, als ein Sonderling unter den Staaten, der als zu nichts zu gebrauchen ist, als immer wieder beängstigende oder belustigende Schlagzeilen zu liefern, die möglichst viele Klicks auf sich ziehen. Von Seiten der radikalen Linken in Deutschland hingegen fehlt abgesehen von den vollkommen marginalen stalinistischen Apologeten der nordkoreanischen Regierung jegliche Auseinandersetzung. Es mag die weit entfernte geographische Lage sein oder auch das generelle Unvermögen sich mit der staatssozialistischen Verkehrung linker Utopien produktiv zu befassen, Tatsache ist, dass auf Nordkorea in den allermeisten Fällen in Form von Witzen referiert wird. Der Philosoph, Politikwissenschaftler und Ökonom Daniel Tudor hat sich zusammen mit dem Sinologen und Koreanisten James Pearson die Mühe gemacht, das Phänomen Nordkorea von allen Seiten eingehend zu beleuchten. In ihrem Buch „North Korea Confidential. Private Markets, Fashion Trends, Prison Camps, Dissenters and Defectors“ untersuchen sie im Detail und auf Basis von Aussagen von (ex-)Einwohner_innen die verschiedenen Dimensionen der nordkoreanischen Gesellschaft. Read more

02 Jul 2015

Die Hässlichkeit des Humanismus  0

Bild: Pressekonferenz der hungerstreikenden Refugees auf dem Münchener Rindermarkt 2013. koernerfresser

Viele Debatten wurden um die Beerdigungs-Inszenierungen und die inszenierten Beerdigungen von an den EU-Außengrenzen ermordeten Geflüchteten durch das „Zentrum für politische Schönheit“ geführt. Es wurde den Aktionskünstler_innen vorgeworfen, in ihren Texten die Shoah relativiert zu haben, andere fanden die Aktionen pietätlos und sahen sie als Instrumentalisierung von Toten. Große Teile der radikalen Linken sahen jedoch unabhängig von derartigen Kritikpunkten einen subversiven Gehalt in den Aktionen des ZPS. Dabei verkennen sie den Charakter dieser medial inszenierten Beerdigungen grundlegend. Read more