Tag: Antisemitismus

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Bild: Werner100359, commons.wikimedia.org, Lizenz: CC 4.0
05 Feb 2017

„Des Deutschen liebstes Kind“ – die reaktionäre Kritik an RB Leipzig  8

Die jüngsten Ausschreitungen Dortmunder Fans in Verbindung mit antisemitischen Beleidigungen gegen Anhänger_innen von RB Leipzig sind kein Einzelfall. Die in Fanszenen und Fachmagazinen verbreitete Kritik an RB Leipzig ist nicht nur verkürzt, sondern zutiefst reaktionär.

 

Ein Gespenst geht um in Fußball-Deutschland. Das Gespenst der Kommerzialisierung in Gestalt des RasenBallsport Leipzig e.V. jagt vom Fußballkultur-Redakteur bis zum harten Kern von Deutschlands Ultrà-Gruppen all jenen einen gehörigen Schreck ein, denen ‚Werte und Traditionen unseres Sports‘ am Herzen liegen. Dass die Identifizierung von sogenannter ‚Kommerzialisierung‘ mit dem Leipziger Brauseklub wohl irgendwie verkürzt ist, ist in weiten Teilen alternativer und antifaschistischer Fanszenen eine verbreitete Auffassung. Aber irgendwie ist es ja auch gut, wenn ‚Kapitalismuskritik‘ im Fußball ankommt, mag sich manch eine_r denken. Und so stimmt man auch in Sankt Pauli und Düsseldorf mit ein, wenn Deutschlands Fanszenen vereint gegen die „Bullenschweine“ von RB mobil machen.

 

Man muss jedoch den Brauseklub mitsamt seinem größenwahnsinnigen österreichischen Mäzen Mateschitz und dem selbstgerechten Sportdirektor (und zwischenzeitlichen Trainer) Rangnick gar nicht sympathisch finden, um zu begreifen, dass das, was in der deutschen Fanlandschaft als ‚Kritik an RB‘ firmiert nicht nur verkürzt, sondern eine zutiefst reaktionäre Ideologie ist. RB ist nicht demokratisch strukturiert und benutzt den Fußball ’nur‘ als Werbebühne? Mag sein! Viel gefährlicher ist jedoch der ideologische Selbstbetrug deutscher Fußballfans, mündet er doch regelmäßig in Nationalismus, Antisemitismus und urdeutsche Vereinsmeierei.

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Das Bild zeigt die Dügida-Demo am 27.04.2015 in Düsseldorf. Teilnehmer zeigen ein Banner mit dem klassischen "PEgIdA"-Layout, sowie ein Stangentransparent mit der Aufschrift "Gegen Linksfaschisten"
17 Mai 2015

Antimuslimischer Rassismus „als kultureller Code“?  0

Dieser Beitrag wurde von uns bereits am 6. März 2015 auf dem sechel-blog veröffentlicht. Aus Dokumentationsgründen wird er an dieser Stelle erneut komplett publiziert.

Hetze gegen Muslime konnte im vergangenen Jahr ein überzeugendes Comeback feiern. Nicht, dass sie zuvor verschwunden gewesen wäre, jedoch hätte man den Eindruck gewinnen können, das Thema habe sich abgenutzt. Geflüchtete im Allgemeinen, Roma im Speziellen waren als neue Feindbilder in den Fokus der normaldeutschen Öffentlichkeit gerückt. Seit ISIS und Charlie Hebdo, seit HoGeSa und PEgIdA steht antimuslimischer Rassismus allerdings wieder hoch im Kurs. Das Motiv vom „Kampf der Kulturen“ ist nach wie vor in Analysen aller politischen Spektren präsent. Aber was genau erzeugt die Hartnäckigkeit, mit der ausgerechnet „der Islam“ im Fokus der Debatten steht? Und welche Rolle spielt er für die politische Rechte?

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