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10 Jan 2017

Buch „Kulturalismus und soziale Krise“ ab März erhältlich  0

Das Buch „Kulturalismus und soziale Krise“ von Sarah Kreimendahl und Karl-Heinz Kreuzer wird ab März 2017 im Verlag edition assemblage erscheinen. Inhaltlich setzt es sich mit verschiedenen Facetten kulturalistischer Ideologie auseinander.

Sarah Kreimendahls Teil befasst sich mit dem Islamismus aus Sicht postkolonialer Theorie und liefert Erklärungsansätze für islamistische Bewegungen aus ökonomischen und postkolonialen Ursachen. Ihrer Abhandlung liegt ein Interview-Projekt mit jungen Menschen in Jordanien zu Grunde.

Karl-Heinz Kreuzers Teil befasst sich mit der Frage, warum kulturalistische Argumente trotz ihrer geringen Konsistenz gegenwärtig so funktional für eine systemimmanente Erklärung von Krisenphänomenen ist. Daran knüpft sich eine Kritik des hegemonialen Kulturbegriffs, der sowohl für westliche Rassist_innen als auch für Islamist_innen und Jihadist_innen eine ideologische Grundlage darstellt.

„Kulturalismus und soziale Krise“ kann ab März sowohl online bestellt als auch in Buchhandlungen erworben werden. Anfragen für Buchvorstellungen nehmen wir gerne entgegen.

Auf dem Bild erkennt man einen Kiosk in der Pyongyanger Metro-Station Kaesong
08 Jul 2015

Von Monarchie und Graswurzel-Kapitalismus – „North Korea Confidential“  0

Bild: Kiosk in der Metro-Station Kaesong in Pyongyang; Erstellt von Nicor; Lizenz

Die gesellschaftliche Situation und Entwicklung in Nordkorea ist ein Thema, das weder in der bundesdeutschen Öffentlichkeit noch in linken und kritischen Publikationen viel und eingehend besprochen wird. Zwar ist Nordkorea immer wieder Thema – beispielsweise dann, wenn es neue Atomraketen getestet hat oder Machthaber Kim Jong-Un ein weiteres in Ungnade gefallenes Familienmitglied hinrichten lassen hat – aber eine wirklich substanzielle Analyse der Lage bleibt unter Verweis auf die ‚Abschottung‘ des Landes aus. Nordkorea erscheint gewissermaßen als eine Art staatsförmige Missbildung, als ein Sonderling unter den Staaten, der als zu nichts zu gebrauchen ist, als immer wieder beängstigende oder belustigende Schlagzeilen zu liefern, die möglichst viele Klicks auf sich ziehen. Von Seiten der radikalen Linken in Deutschland hingegen fehlt abgesehen von den vollkommen marginalen stalinistischen Apologeten der nordkoreanischen Regierung jegliche Auseinandersetzung. Es mag die weit entfernte geographische Lage sein oder auch das generelle Unvermögen sich mit der staatssozialistischen Verkehrung linker Utopien produktiv zu befassen, Tatsache ist, dass auf Nordkorea in den allermeisten Fällen in Form von Witzen referiert wird. Der Philosoph, Politikwissenschaftler und Ökonom Daniel Tudor hat sich zusammen mit dem Sinologen und Koreanisten James Pearson die Mühe gemacht, das Phänomen Nordkorea von allen Seiten eingehend zu beleuchten. In ihrem Buch „North Korea Confidential. Private Markets, Fashion Trends, Prison Camps, Dissenters and Defectors“ untersuchen sie im Detail und auf Basis von Aussagen von (ex-)Einwohner_innen die verschiedenen Dimensionen der nordkoreanischen Gesellschaft. Read more