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27 Feb 2016

„Kampf um Kobanê“: Fragmente zu einer fragmentierten Region  0

Während ich diese Zeilen schreibe, führt die türkische Regierung einen rücksichtslosen Krieg gegen die mehrheitlich kurdische Zivilbevölkerung im Osten der Türkei. Bevor die neoliberal-islamistische Regierung der Türkei den Bürgerkrieg im Osten des Landes neu entfachte, versuchte sie den gesellschaftlichen Aufbau von Kurd_innen und anderen Minderheiten jenseits ihrer Grenze zu vernichten. Durch teils unverhohlene, teils versteckte oder indirekte Unterstützung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ trug die Regierung Erdoğan ihren Teil dazu bei, dass die nordsyrische Stadt Kobanê zeitweise kurz vor der Auslöschung durch eben jene Terrororganisation stand. Das Buch, um das es in diesem Text geht, dreht sich sowohl um den Bürgerkrieg im türkischen Nachbarland Syrien als auch um die politische Situation in der Türkei. „Kampf um Kobanê“, herausgegeben vom Politikwissenschaftler und Journalisten Ismail Küpeli, ist ein Sammelband, der Schlaglichter auf verschiedene Dimensionen der kurdischen Frage, des syrischen Bürgerkriegs und der Konflikte in der Türkei wirft. Read more

Auf dem Bild erkennt man einige für Paris charakteristische Gebäude, u.a. Notre Dame. Im Vordergrund ist die bei Dämmerung ausgeleuchtete Seine.
26 Nov 2015

Paris und die Linke  4

Bild: Erstellt von Benh LIEU SONG; Lizenz

Die Attentate vom 13. November 2015 in Paris mit über 100 Todesopfern waren in den letzten Wochen eines der medial meistverhandelten Themen in der BRD. An der Thematisierung der Terror-Akte war in den sozialen Medien kein Vorbeikommen und so äußerten sich auch einige, wenn gar nicht alle relevanten, linken Organisationen und Publikationsorgane zu den Vorgängen. Freilich sind derartige Terrorakte nichts neues. Weder in Europa und schon gar nicht im globalen Maßstab. Und faktisch fügen sie der Realität nichts so entscheidendes oder gar transformierendes hinzu, dass auf ihrer Basis eine Neubewertung der gesellschaftlichen Situation oder gar der Verhältnnisse erfolgen müsste oder könnte. Dennoch ist es in verschiedenen Hinsichten spannend, sich anzusehen, wie die (radikale) Linke in der BRD auf die terroristischen Attentate reagiert. Denn trotz der Bekanntheit des Phänomens ist seine Relevanz sowohl als politisch-soziales als auch als mediales Ereigniss unbestritten. Ein Ereignis, von dem zu befürchten ist, dass es Wasser auf die Mühlen von Rassist_innen, Konservativen und Kulturalist_innen ist und somit die Linke objektiv vor eine Herausforderung stellt.

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Auf dem Bild ist aus einer großen Distanz die syrisch-kurdische Stadt Kobanê zu erkennen. Über der Stadt schwebt eine Rauchwolke, die durch den Beschuss Kobanês durch die Terrororganisation "Islamischer Staat" hervorgerufen wurde. Das Foto wurde von der türkisch-kurdischen Grenzstadt Suruç aus im Oktober 2014 aufgenommen.
08 Jun 2015

Kulturalismus und Dschihadismus in der Krise des Kapitals  50

Erstveröffentlichung in der Print-Ausgabe Nr. 41 (März 2015) der Ronahî – Zeitschrift des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan (YXK)

Bild: Kobanê 10/2014; Erstellt von M. Akhavan / Persian Dutch Network; Lizenz

Wenn wir uns in den Medien und auf den Straßen umhören, werden wir immer wieder auf einen Begriff stoßen, den niemand der Beteiligten so recht zu definieren vermag. Den Begriff der „Kultur“. Nicht nur, wenn es darum geht, die angebliche Besonderheit der eigenen Region anzupreisen, oder darum, sich von „bildungsfernen Schichten“ abzugrenzen, indem man über Kunst plaudert und das Feuilleton liest; sondern auch dann, gerade dann, wenn es um die Interpretation globaler und sozialer Konflikte geht. „Wie friedlich ist der Islam wirklich?“ fragen uns die Schlagzeilen, nach einem dschihadistischen Mordanschlag in Paris. Read more