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14 Jul 2016

Zeiten kulturalistischer Hegemonie und Feminismus  0

Dieser Aufsatz wurde zuerst in der Ausgabe #3 des mole magazin, herausgegeben von kommunistischen ums-Ganze-Bündnis, veröffentlicht.

1. Der Cultural Turn als Paradigmenwechsel für den Feminismus

In der Zeit des Kalten Krieges waren der wissenschaftliche wie auch der gesamtgesellschaftliche Diskurs wesentlich von der Systemkonkurrenz zwischen den Regulationsmodellen der Marktwirtschaft im Westen und der Planwirtschaft im Osten geprägt. Gesellschaftliche Zusammenhänge wurden folglich in erster Linie über ökonomische Ursachenkomplexe begründet. Die Frage dabei war vor allem, ob die Freiheit des Marktes, oder eine staatlich gelenkte Warenproduktion besser geeignet seien, um die Bedürfnisse der Menschheit zu befriedigen. Diese Debatte beruhte freilich auf einer verkürzten Sichtweise, da sie die kapitalistische Vergesellschaftungsweise auf die oberflächliche Frage des Regulationsmodells zurückführte. Der Kapitalismus erschien so nicht als eine Vergesellschaftungsweise, die sich hinter dem Rücken der Subjekte konstituiert und die weit über die ökonomische Sphäre hinaus alle menschlichen Beziehungen unter ihre Logik subsummiert hat. Deshalb verkam gerade in den linken Theorien die Frage nach dem Patriarchat zu einem so genannten »Nebenwiderspruch«, der sekundär von oberflächlich aufgefassten ökonomischen Ursachen abzuleiten sei. Dies war eine Mitursache dafür, dass sich eine separate Frauenbewegung bildete, da die Anliegen des Feminismus innerhalb der linken Bewegung nicht ernst genommen wurden. Read more

Auf dem Bild erkennt man einige für Paris charakteristische Gebäude, u.a. Notre Dame. Im Vordergrund ist die bei Dämmerung ausgeleuchtete Seine.
26 Nov 2015

Paris und die Linke  3

Bild: Erstellt von Benh LIEU SONG; Lizenz

Die Attentate vom 13. November 2015 in Paris mit über 100 Todesopfern waren in den letzten Wochen eines der medial meistverhandelten Themen in der BRD. An der Thematisierung der Terror-Akte war in den sozialen Medien kein Vorbeikommen und so äußerten sich auch einige, wenn gar nicht alle relevanten, linken Organisationen und Publikationsorgane zu den Vorgängen. Freilich sind derartige Terrorakte nichts neues. Weder in Europa und schon gar nicht im globalen Maßstab. Und faktisch fügen sie der Realität nichts so entscheidendes oder gar transformierendes hinzu, dass auf ihrer Basis eine Neubewertung der gesellschaftlichen Situation oder gar der Verhältnnisse erfolgen müsste oder könnte. Dennoch ist es in verschiedenen Hinsichten spannend, sich anzusehen, wie die (radikale) Linke in der BRD auf die terroristischen Attentate reagiert. Denn trotz der Bekanntheit des Phänomens ist seine Relevanz sowohl als politisch-soziales als auch als mediales Ereigniss unbestritten. Ein Ereignis, von dem zu befürchten ist, dass es Wasser auf die Mühlen von Rassist_innen, Konservativen und Kulturalist_innen ist und somit die Linke objektiv vor eine Herausforderung stellt.

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