Tag: Rassismus

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10 Jan 2017

Buch „Kulturalismus und soziale Krise“ ab März erhältlich  0

Das Buch „Kulturalismus und soziale Krise“ von Sarah Kreimendahl und Karl-Heinz Kreuzer wird ab März 2017 im Verlag edition assemblage erscheinen. Inhaltlich setzt es sich mit verschiedenen Facetten kulturalistischer Ideologie auseinander.

Sarah Kreimendahls Teil befasst sich mit dem Islamismus aus Sicht postkolonialer Theorie und liefert Erklärungsansätze für islamistische Bewegungen aus ökonomischen und postkolonialen Ursachen. Ihrer Abhandlung liegt ein Interview-Projekt mit jungen Menschen in Jordanien zu Grunde.

Karl-Heinz Kreuzers Teil befasst sich mit der Frage, warum kulturalistische Argumente trotz ihrer geringen Konsistenz gegenwärtig so funktional für eine systemimmanente Erklärung von Krisenphänomenen ist. Daran knüpft sich eine Kritik des hegemonialen Kulturbegriffs, der sowohl für westliche Rassist_innen als auch für Islamist_innen und Jihadist_innen eine ideologische Grundlage darstellt.

„Kulturalismus und soziale Krise“ kann ab März sowohl online bestellt als auch in Buchhandlungen erworben werden. Anfragen für Buchvorstellungen nehmen wir gerne entgegen.

14 Jul 2016

Zeiten kulturalistischer Hegemonie und Feminismus  0

Dieser Aufsatz wurde zuerst in der Ausgabe #3 des mole magazin, herausgegeben von kommunistischen ums-Ganze-Bündnis, veröffentlicht.

1. Der Cultural Turn als Paradigmenwechsel für den Feminismus

In der Zeit des Kalten Krieges waren der wissenschaftliche wie auch der gesamtgesellschaftliche Diskurs wesentlich von der Systemkonkurrenz zwischen den Regulationsmodellen der Marktwirtschaft im Westen und der Planwirtschaft im Osten geprägt. Gesellschaftliche Zusammenhänge wurden folglich in erster Linie über ökonomische Ursachenkomplexe begründet. Die Frage dabei war vor allem, ob die Freiheit des Marktes, oder eine staatlich gelenkte Warenproduktion besser geeignet seien, um die Bedürfnisse der Menschheit zu befriedigen. Diese Debatte beruhte freilich auf einer verkürzten Sichtweise, da sie die kapitalistische Vergesellschaftungsweise auf die oberflächliche Frage des Regulationsmodells zurückführte. Der Kapitalismus erschien so nicht als eine Vergesellschaftungsweise, die sich hinter dem Rücken der Subjekte konstituiert und die weit über die ökonomische Sphäre hinaus alle menschlichen Beziehungen unter ihre Logik subsummiert hat. Deshalb verkam gerade in den linken Theorien die Frage nach dem Patriarchat zu einem so genannten »Nebenwiderspruch«, der sekundär von oberflächlich aufgefassten ökonomischen Ursachen abzuleiten sei. Dies war eine Mitursache dafür, dass sich eine separate Frauenbewegung bildete, da die Anliegen des Feminismus innerhalb der linken Bewegung nicht ernst genommen wurden. Read more

17 Jan 2016

Die Bürgerwehr und die Krise des spätmodernen Subjekts  0

Das Phänomen der nichtstaatlichen Bewaffnung von Zivilist*innen ist weltweit verbreitet. Neben Privatarmeen, religiös-fundamentalistischen Terrorgruppen, separatistischen Milizen und anderen Formen bewaffneter Dissidenz existiert auch das Phänomen der so genannten „Bürgerwehr“. Erst vor zwei Wochen hat eine bewaffnete Bürgerwehr das Hauptgebäude eines Nationalpark im US-Bundesstaat Oregon besetzt. Ihr Ziel war die private Zueignung von öffentlichem Land an lokale Landwirte. Seit den Übergriffen der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof und ihrer rassistischen Verarbeitung in weiten Teilen von Öffentlichkeit und Politik scheint haben sich in Westdeutschland gleich drei Gruppierungen unter dem Label „Bürgerwehr“ gegründet. Genoss_innen berichteten auf Sechel.it (1,2,3,4). Auch vorher gab es prominente Beispiele wie die rechtsradikalen Bürgerwehren aus Freital, Sachsen oder Schwanewede, Niedersachsen. Was jedoch sind die gesellschaftlichen Triebkräfte des Phänomens? Warum sind es gerade Männer, die sich in solchen Vereinigungen engagieren und ist es Zufall, dass sich in vielen Fällen Verbindungen zur Neonazi- und Hooligan-Szene nachweisen lassen?

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